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Wirtschaftsfreundlichste Schulen
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VN-Bericht v. 6. 3. 1998
         

Preise an wirtschaftsfreundlichste Schulen
HTL Bregenz und BRG Schoren als Sieger - FH-Lehrgang „Ökoeffizienz" gefordert

 
von Erich Ortner  


Industrie-Scheck für äußerst wirtschafts-bezogene Wissensvermittlung (v.l.): Direktor Häfele, Präsident Giesinger, Direktor Ulmer
                (Foto:HZ)

Drei Viertel sind mit ihrem Schultyp „zufrieden", über 50 Prozent würden sich auch ein zweites Mal dafür entschließen.

„Bedenkliche" Resultate

Als „bedenklich" werteten Präsident Giesinger und Geschäftsführer Dkfm. Joe Feurstein von der Industriellenvereinigung das Feedback auf die neun anderen Fragen, die direkt auf wirtschaftliche Sachver-halte abgestellt hatten. „Drei Viertel der Maturanten meinen, zumindest im Umkehr-schluß, daß die Industrie noch viel zu wenig für die Umwelt tut obwohl wir hier gigantische Anstrengungen dokumentieren können. Und die Hälfte ist überzeugt, daß die regionale Wertschöpfung überwiegend vom Fremdenverkehr lebt, obwohl das Bruttoregionalprodukt zu 30 Prozent von der Industrie, nur zu 5 Prozent vom Tourismus bestritten wird", orten die Industriesprecher hier „durchaus Handlungsbedarf'.

Bei Euro ,unverkrampft'

Da zeigte man sich schon froh, daß die Maturanten - als Bildungselite ihrer Altersstufe wenigstens in Sachen Euro „realistisch, ja unverkrampft eingestellt" seien, wie es Giesinger formulierte: (Fast) jede(r) zweite glaubt an einen terminge-recht inkrafttretenden Euro, gleich viele sehen die EU-Währung als „positiv und für die Wirtschaft von Vorteil".

  Als „wirtschafts-freundlichste Schulen" Vorarlbergs wurden das Bundesrealgymnasium Dornbirn-Schoren und die HTL Bregenz ermittelt - und deren Direktoren Dr. Norbert Häfele und Dipl-Ing. Paul Ulmer von Präsident Giesinger mit je einem Scheck in Höhe von 15.000 Schilling beglückt. Sie stehen als Dankeschön für überdurchschnittlich wirtschaftsbezogene Projektarbeiten (im Fall BRG Schoren) bzw. hochkarätige Seminartage und neukonzipierte Reife- und Diplomprüfungen (im Fall HTL Bregenz), für deren Zustandekommen und Gelingen sich Studenten, Professoren und Direktion weit übers übliche Maß hinaus auf wirtschafts-bezogene Fragestellungen eingelassen hatten.

Gezielte Maßnahmen

Sowohl Giesinger als auch die für Bildungsfragen zuständige Landesrätin Dr. Eva Maria Waibel kündigten gezielte Maßnahmen und neue Methoden an, mit denen Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge an LändleSchulen etabliert und mit deutlich mehr Effizienz als bisher an die Studierenden vermittelt werden soll.
   

Bregenz (VN) Die Einrichtung eines vierten Fachhochschul-lehrganges „möglichst bis zum Jahr 2000" an der FH Dornbirn forderte gestern
Industriellen-Präsident
Komm.-Rat Alfons Giesinger. Der Lehrgang solle „in Richtung Ökologie-Effizienz" gehen, damit „wir Firmen Fachleute für vom
Gesetzgeber vorgeschriebene Spezialjobs rekrutieren können". Anlaß war die Auszeichnung der „wirtschaftsfreundlich-sten Schulen" in Vorarlberg.

Um diese „wirtschafts-freundlichsten" Ländle-Schulen küren zu können, hatte die Industriellen-vereinigung gemeinsam mit Schulbehörde und Schulpsychologischem Dienst 1371 Maturaschüler sämtlicher allgemein- und berufsbildenden höheren
Schulen des Jahrganges 1997 befragt. Elf der 20 Fragen waren auf Schulzufriedenheit und Berufswahl abgestellt.
Demnach peilen 37 Prozent der Maturanten ein Studium an, 22 Prozent steigen sofort in den Beruf ein, aber 23 (!) Prozent sind „unentschlos-sen". Von jenen, die's zur Hochschule drängt, entscheiden sich je rund 17 Prozent für ein Technik-, Wirtschafts- oder ein Studium der Geistes- und Sozialwissenschaften.


So sehen Schüler Wirtschaftskompetenz ihrer Schule . . .

  Uwe Pichler,
Maturaklasse Elektrotechnik: Der Wirt-schaftsbezug existiert nicht nur insofern, als die Schule von Firmen Geräte und
 

 

Wolfgang Huber, Maturaklasse Aufbaulehrgang:
Alle in meiner Klasse absol-vierten eine duale Lehre, haben also eine »Ahnung« von Wirtschaft.
    Harald Garternicht,
Maturaklasse Maschinenbau: Die techn.
Fächer vermit-teln Betriebs-abläufe sehr gut,
Maschinen überlassen bekommt. Wir absolvieren ja auch Pflichtprakti-ken in diesen Firmen. Ich entschied mich vor Jahren bewußt für die HTL Bregenz, und unsere Lehrer mühen sich redlich, uns „wirtschaftstauglich" auszubilden.   Die Fächer Fertigungstechnik und Automatisation vermitteln industrielle Abläufe vielleicht mit größter Praxisnähe. Lehrer-Wirtschaftskompetenz ist keine Frage des Alters, sondern ihrer Weiterbildungs-
bereitschaft.
  und Wissen über Organisations-strukturen und wirtschaftliche Grundzusammenhänge holen wir
uns auch in interessanten
Exkursionen. Die Wirtschaft, die den Schulen Geld gibt, hat ein Recht, optimal ausgebildete Absolventen zu bekommen.
 

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