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Höhere Technische Bundes- Lehr- und Versuchsanstalt
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Schulmöbel
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Herbst 1998
Die neuen ergonomisch hochwertigen Schulmöbel tragen ganz wesentlich zu einer geringeren Belastung beim Sitzen der Schüler bei. Es folgen nun einige Erläuterungen, warum und wie diese Möbel zu verwenden sind, wenn man sie bestmöglich nützen will.
Grundsätzlich kann man zwei Sitzpositionen unterscheiden:
  • die ZUHÖR- und
  • die ARBEITSPOSITION.
  • In der Zuhörposition kann man den Rücken anlehnen. Bei unseren neuen Sesseln unterstützt eine spezielle Wippmechanik die Verlagerung des Gewichts nach hinten.

    Dabei wird mehr Druck auf die Fläche des Rückens, der mit der Lehne in Kontakt ist, gebracht. Dieser Druck wird nun in der Lendenwirbelsäulengegend dementsprechend weniger wirksam.

    Jedes Belastungsmoment, das so eingespart werden kann, bedeutet weniger Verschleiß der Bandscheiben.

    Da die starre "Sitzflächen-Rückenlehnen-Einheit" über eine Achse dreht, kann man sanft wippen oder schaukeln. 

    Diese Bewegungsmöglichkeit liefert Impulse für Durchblutungsanregung und Entspannung. 

    In der Arbeitsposition wird der Oberkörper nach vorne bewegt. Es ist nun wichtig den Rücken in die Lage zu bringen, in der die Wirbelsäule am ehesten ihrer natürlichen Doppel-S-Schwingung entspricht, weil dann die resultierenden Kräfte auf die Band-scheiben bzw. deren Kern am günstigsten ausfallen. Wird ein Bein stärker im Knie gebeugt, wird die Sitzfläche leicht nach vorne unten gekippt und das Becken macht diese Bewegung mit. So bleibt die natürliche, günstige und richtige Hohlkreuzausfor-mung in der Lendenwirbelsäule erhalten. Stellen Sie sich die typische Rückenposition eines Stemmers vor - stark gebeugte Beine, "gerader" Rücken (was soviel bedeutet wie nicht "buckelrund", schon gar nicht in der Lendenwirbelsäule), wenn er ein Gewicht zu heben beginnt. Was für Spitzenbelastungen stimmt, muss auch für relativ leichte aber dafür dauernde Belastungen gelten.
    Die 16°-Schrägstellung der Tischplatte unterstützt ebenfalls das "Aufgerichtet-Halten" des Oberkörpers. Der Abstand Kopf zu Arbeitsfläche ist vorgegeben durch die subjektiv ideal erreichte Sehschärfe. Das Aufstellen der Tischplatte bringt also ein Aufstellen bzw. Aufrichten des Oberkörpers, das beim Kopf beginnt, mit sich. Die Rundung oder Kyphosierung im Brust- und Lenden-Wirbelsäulenbereich kann so vermieden werden. Die schräg gestellte Tischplatte und die nach vorne unten gekippte Sitzfläche erleichtern des Einnehmen einer ergonomisch günstigen und natürlichen Oberkörperhaltung, die gekennzeichnet ist durch die Doppel-S- Schwingung der Wirbelsäule. Die Kippmechanik bietet einen Bewegungsanreiz, der ganz der Forderung nach "dynamischem Sitzen" entspricht.
    Diese mechanisch realisierten Vorteile der Schulmöbel können von den Schülern ausgenützt werden. Es ist ein wichtiger Teil der Gesundheitserzeihung, jungen Menschen Wissen im Bereich Ergonomie zu vermitteln, gute Rahmenbedingungen zu schaffen und in unserer "Sitz-Gesellschaft" "richtiges Sitzen" vorzuleben. Ich wünsche allen HTLern, dass sie die guten Voraussetzungen, die wir mit diesen neuen Möbeln haben, erkennen und deren Vorteile am eigenen Körper erleben, erfahren und erspüren. 

    Mag. Martin Korioth
     

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