26. Mai 2026

Platz 1 beim Vorarlberg-Diplomarbeiten-Award

HTL Bregenz war am Donnerstag, 21. Mai 2026, bereits zum zweiten Mal Austragungsort des Finales des HTL-V-Diplomarbeiten-Awards. Der landesweite Wettbewerb fand heuer bereits zum fünften Mal in Folge statt und brachte die besten Diplomarbeitsteams der Vorarlberger HTLs zusammen. Insgesamt 17 SchülerInnen der HTL Bregenz, HTL Dornbirn und HTL Rankweil präsentierten ihre innovativen Projekte vor Publikum und Fachjury.

 

Sechs Teams stellten ihre Diplomarbeiten in Kurzpräsentationen vor und präsentierten innovative technische Lösungen aus den Bereichen Maschinenbau, Automatisierungstechnik, Chemische Betriebs-/Umwelttechnik, Elektronik und Technische Informatik, Wirtschaftsingenieur/Betriebsinformatik und Bautechnik/Tiefbau. Die Veranstaltung bot spannende Einblicke in die praxisnahe Ausbildung an den Vorarlberger HTLs.

Platz 1 für die HTL Bregenz 

Der Sieg ging an Noa Montibeller und Matteo Comploj aus der 5bha. Die beiden überzeugten die Jury mit ihrer Diplomarbeit „Blechbiegevorrichtung“, die in Kooperation mit der Firma Bitschnau Metallverarbeitung GmbH umgesetzt wurde.
Im Rahmen des Projekts entwickelten die Schüler eine pneumatisch gesteuerte Biegevorrichtung zur Herstellung eines wellenförmigen Blechpakets aus Aluminium. Ziel war es, einen bisher körperlich belastenden Fertigungsprozess zu optimieren und gleichzeitig eine präzise sowie reproduzierbare Fertigung sicherzustellen.
Besondere Herausforderungen lagen dabei im komplexen Umformprozess des Werkstoffs Aluminium. Das Werkstück musste gezielt überbogen werden, um das elastische Rückfederverhalten des Materials auszugleichen. Bisher erfolgte das Halten, Spannen und Führen des Bauteils manuell durch Mitarbeitende, um Faltenbildung während der insgesamt zwölf Biegevorgänge zu vermeiden.
Die Diplomarbeit setzte genau an diesem Punkt an: Die beiden Schüler entwickelten eine Lösung mit pneumatischer Kraftübertragung, präziser Werkstückführung und einer vollständig mechanisch-pneumatischen Steuerung ohne elektronische Komponenten. Die sichere Fixierung des Werkstücks wurde durch zwei vulkanisierte Walzen und ein mechanisches Spannsystem realisiert.
Mit ihrer praxisnahen und technisch anspruchsvollen Lösung überzeugten Noa Montibeller und Matteo Comploj die Jury.

4. Platz für die Diplomarbeit „Delta-Roboter Sortierer“ der Firma Blum

Ebenfalls erfolgreich präsentierte sich ein weiteres Team der HTL Bregenz: Emil Ertl, Elias Fäßler, Philipp Hofer und Julian Willi aus der 5he erreichten mit ihrer Diplomarbeit den hervorragenden 4. Platz.
Im Mittelpunkt ihres Projekts stand der Umbau eines bestehenden Delta-Roboters der Firma Blum zu einem modernen Demonstrationssystem für Werbeveranstaltungen. Der mobile Roboter erkennt mithilfe einer Kamera unterschiedliche Bauteile automatisch, palettiert diese selbstständig und gibt die fertig bestückte Palette anschließend wieder aus. Der gesamte Ablauf wird dabei anschaulich über eine Visualisierung dargestellt.

Forschungsarbeit mit internationalem Bezug

Ein weiterer Höhepunkt des Nachmittags war die Verleihung des Wissenschaftssonderpreises an Jonas Stadelmann und Julian Übelher für ihre außergewöhnliche Diplomarbeit „Analysis and Overcoming of Optimization Barriers in Adaptive Variational Quantum Algorithms“ (Analyse und Überwindung von Optimierungshindernissen in adaptiven variationalen Quantenalgorithmen).
Die beiden Schüler hatten ihre Forschungsarbeit bereits im vergangenen Sommer an der renommierten Virginia Tech University in den USA begonnen. Dort arbeiteten sie mit wissenschaftlicher Unterstützung und Clustercomputern an der Optimierung von Quantenalgorithmen für chemische Simulationen.
Im Zentrum ihrer Forschung stand die Weiterentwicklung bestehender Quantenalgorithmen mit dem Ziel, deren Effizienz und Geschwindigkeit deutlich zu steigern. Der entwickelte Code simuliert chemische Zusammenhänge und ermöglicht dadurch eine wesentlich schnellere Analyse von Moleküleigenschaften.
„Der Code simuliert chemische Zusammenhänge, und dadurch können die Eigenschaften von Molekülen viel schneller analysiert werden“, erklärte Julian Übelher.
Sein Projektkollege Jonas Stadelmann ergänzte: „Quantum Computing ist ein Thema, das mit einer mathematischen und physikalischen Komponente genau meinen Interessensbereich trifft.“

Hier gibt es mehr Informationen zu dieser Diplomarbeit.

 

Die Laudatio auf die beiden Preisträger hielten die Diplomarbeitsbetreuer Mathias Hirner und Klassenvorstand Gunter Spiegel.

Hohe Qualität und starke Praxisorientierung begeisterte die Jury 

Die Bewertung der Arbeiten erfolgte durch die Kuratoriumspräsidenten Dietmar Klien, Hannes Hermann und Gerhard Gassner sowie die Vizepräsidenten, Markus Comploy und Samuel Scheier. Ergänzt wurde die Jury durch Andreas Staudacher, Fachgruppengeschäftsführer der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

 

„Der HTL-V-Award zeigte eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial, technisches Know-how und welche Kreativität in unseren SchülerInnen steckt. Die präsentierten Diplomarbeiten verbanden praxisnahe Lösungen mit hoher fachlicher Qualität und machten sichtbar, welchen wichtigen Beitrag die HTLs für den Wirtschafts- und Technologiestandort Vorarlberg leisten“, betonte Direktorin Claudia Vögel.

 

Jede Präsentation zeigte, wie viel Know-how, Leidenschaft und unzählige Stunden Arbeit hinter einer Diplomarbeit stecken. Und was möglich wird, wenn junge Menschen ihr Wissen, ihre Kreativität und ihre Begeisterung für Technik in echte Projekte verwandeln.

 

Wir gratulieren allen Teams herzlich zu ihren außergewöhnlichen Leistungen!

Auszeichnung der besten Diplomarbeiten

Voller Stolz durften Noa Montibeller und Matteo Comploj am Donnerstag, den 28. Mai 2026 an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn ihre Urkunden für die beste Diplomarbeit in ihrer Kategorie entgegennehmen.
Heuer wurden zehn SchülerInnen aus Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Höheren Schulen für ihre Abschluss- und Diplomarbeiten von Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink und Bildungsdirektor Heiko Richter ausgezeichnet. „Die prämierten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und innovativ junge Menschen heute an gesellschaftliche, wissenschaftliche und kreative Fragestellungen herangehen. Unsere Schülerinnen und Schüler können stolz auf ihre Leistungen sein“, gratulierte Landesrätin Schöbi-Fink.

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