3. Februar 2026

Technik, Teamgeist und Tüftlergeist: First Lego League 2026

Die HTL Bregenz wurde am 31.1.2026 erneut zum Treffpunkt für junge Technikbegeisterte: Bereits zum 12. Mal veranstaltete die Schule die Regionalausscheidung der First Lego League (FLL) Vorarlberg – und bot damit eine Bühne für Kreativität, Innovationsgeist und beeindruckende technische Leistungen.

UNEARTHED – Archäologie trifft Technologie

Unter dem diesjährigen Jahresthema „UNEARTHED“ begaben sich die teilnehmenden Teams auf Spurensuche: Wie kann moderne Technik ArchäologInnen bei ihrer Arbeit unterstützen? In den vergangenen Monaten setzten sich die Jugendlichen intensiv mit Fragestellungen rund um die digitale Vermessung von Fundstätten, den Schutz empfindlicher Artefakte sowie die Auswertung komplexer archäologischer Daten auseinander.

 

Beim Wettbewerb präsentierten die Teams ihre autonomen LEGO-Roboter und Forschungsprojekte einer achtköpfigen Fachjury. Bewertet wurden dabei nicht nur technische Lösungen, sondern auch Kreativität, Innovationsgrad, Teamgeist und die Vermittlung der Projektidee. Die First Lego League zeigte einmal mehr, wie lebendig und praxisnah MINT-Bildung sein kann.

Regionalbewerb mit internationaler Beteiligung

Insgesamt nahmen 13 Teams aus ganz Vorarlberg an der Regionalausscheidung teil. Erstmals war zudem ein Team aus Albanien vertreten – ein Zeichen für die zunehmende internationale Vernetzung der First Lego League. 

Früher Forschergeist: Eigene Wertung für Volksschulen bei FLL Explore 

Eine besondere Premiere gab es in diesem Jahr auch im Nachwuchsbereich: Die drei Volksschulen VS Eichenberg, Laterns und Nofels Feldkirch nahmen erstmals in der Kategorie FLL Explorer teil. Sie wurden in einer eigenen Wertungskategorie beurteilt und zeigten mit altersgerechten Projekten eindrucksvoll, dass technisches Denken und Forschergeist bereits in jungen Jahren beginnen können.


Hervorragende Leistung des HTL Bregenz Teams „Syntax Error“

Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das HTL-Bregenz-Team „Syntax Error“, das mit einer starken Gesamtperformance überzeugte. Das Team erreichte Platz 1 im Robot Design, Platz 2 im Robot Game und wurde zusätzlich in den Kategorien Forschung und Grundwerte nominiert. Ein Ergebnis, das nicht nur die monatelange intensive Vorbereitung widerspiegelt, sondern auch den hohen Stellenwert von Teamarbeit, Durchhaltevermögen und technischer Präzision.


Forschungsprojekt von Syntax Error: Wenn „KI“ Scherben zusammensetzt

Für ihr Forschungsprojekt ging das Team Syntax Error einer ganz konkreten Frage nach:
Wie lässt sich die zeitintensive Arbeit von ArchäologInnen erleichtern – und zwar mit einer Lösung, die leistbar ist und nicht nur großen Institutionen zur Verfügung steht?
Ausgangspunkt waren ausführliche Gespräche mit ExpertInnen aus der Praxis. Mit der Unterstützung von Annette Schiek (Textilmuseum Krefeld) und Florian Martin Müller (Institut für Archäologie, Universität Innsbruck) wurde schnell klar, wo eine der größten Herausforderungen liegt: Beim Zusammensetzen unzähliger einzelner Scherben, ein Prozess, der Stück für Stück erfolgt, höchste Konzentration erfordert und enorm viel Zeit in Anspruch nimmt.
Die Idee des Teams: Künstliche Intelligenz soll diesen Prozess unterstützen. Doch hier zeigte sich das nächste Problem – archäologische Fundstücke liegen meist nur analog vor. Ohne digitale Daten kann eine KI jedoch nicht arbeiten.
Die Lösung führte das Team einen Schritt weiter: Ein kostengünstiger 3D-Scanner, der direkt vor Ort bei Ausgrabungen eingesetzt werden kann. Die Scherben werden damit von analog in digital umgewandelt. Anschließend übernimmt die KI: Sie analysiert die Formen und verschiebt die einzelnen digitalen Teile so lange, bis sie zusammenpassen.
Ein zentraler Fokus des Projekts lag dabei auf der Finanzierbarkeit. Die Lösung soll bewusst so gestaltet sein, dass sie auch für kleinere Museen und archäologische Einrichtungen realistisch einsetzbar ist – und nicht nur für große Forschungszentren.
Mit diesem Ansatz verbindet das Team Syntax Error technologische Innovation mit realen Anforderungen aus der archäologischen Praxis – ganz im Sinne des FLL-Jahresthemas UNEARTHED.

Qualifikation für das Bundesfinale – und der Blick nach Leipzig

Am Ende eines intensiven Wettbewerbstages standen die Qualifikationen für das Bundesfinale am BFI Innsbruck fest:
Den 1. Platz belegte das Team Voradlbär (BG Dornbirn), gefolgt von Syntax Error (HTL Bregenz) auf Platz 2. Platz 3 ging an das Team BWS der Bezauer Wirtschaftsschulen.

 

Alle drei Teams qualifizierten sich damit für die nächste Wettbewerbsrunde.
Für die besten Teams führt der Weg schließlich noch weiter: über das Bundesfinale hinaus bis zum DACH-Finale in Leipzig, wo sich Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz messen.

Eine Erfolgsgeschichte an der HTL Bregenz

Mit der bereits zwölften Austragung der First Lego League Vorarlberg unterstreicht die HTL Bregenz einmal mehr ihre Rolle als starker Bildungs- und Innovationsstandort. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, jungen Menschen Raum für Technik, Kreativität und gemeinsames Lernen zu geben – und wie aus LEGO-Steinen, Ideen und Teamgeist echte Zukunftsperspektiven entstehen.

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